Wie jedes Jahr fand auch dieses Jahr am ersten Septemberwochenende die Kirchweih in Stappenbach statt. Der Verein „Kerwasburschen und Madla Stammbach e.V.“ stellte, wie im vergangenen Jahr, ein Zelt am neuen Sportplatz auf, in dem das gesamte Kirchweihprogramm stattfand. Den Auftakt bildete am Freitag die Kinderdisco, bei der die jüngeren Besucher ausgelassen feiern konnten. Anschließend heizte DJ Alex bei der Malleparty mit aktuellen Malle-Hits und bunten Lichteffekten die Stimmung bis in die frühen Morgenstunden an. Am Samstag war dann echte Muskelkraft gefragt: Rund 30 Kerwasburschen stemmten den bunt geschmückten Kirchweihbaum in die Höhe. Danach unterhielten die Musiker von „Blechstreetboys“ die Gäste mit Blasmusik auf höchstem Niveau.

Ein bunter Kerwaszug krönte die Kirchweih

Der traditionelle Kirchweihumzug, der Höhepunkt der Feierlichkeiten, fand am Sonntag statt und lockte zahlreiche Besucher nach Unterharnsbach und Stappenbach. Aufgrund der B22-Umleitung musste der Umzug in diesem Jahr einen neuen Weg nehmen.

Die Kerwasburschen und Madla nahmen wieder zahlreiche Anekdoten aus dem Dorfleben humorvoll aufs Korn. So standen entlaufene Kühe auf der Straße, während ihr Halter seelenruhig seine Mittagspause genoss. Auch tierische Wiederholungstäter blieben nicht verschont: Wachteln, die während der Fronleichnamsprozession ausgebüxt waren, mussten von ihrer Besitzerin mühsam mit einem Karton wieder eingefangen werden. Für Schmunzeln sorgte zudem ein Missgeschick beim Erntedankfest. Ein Stammbacher suchte verzweifelt seinen Autoschlüssel, während seine Frau ihn unwissentlich in ihrer Handtasche verwahrt hatte – und zwar in der ersten Kirchenbank. Nicht weniger skurril ging es bei einer London-Reise von Mutter und Tochter zu: Am Flughafen mussten beide schockiert feststellen, dass ihre Pässe noch sicher im Hotelsafe lagen. Auf dem 150-jährigen Feuerwehrfest zeigte sich ein Harnsbacher besonders geschäftstüchtig, indem er sich den ganzen Tag auf den reservierten Plätzen der Ehrengäste gratis verköstigte. Ebenfalls für viele Lacher sorgte eine Nachwuchs-Büglerin, die in Abwesenheit ihrer Mutter ein Loch in die Hose brannte und damit auf dem Kerwaswagenauftreten musste. Das stammbachsche „Urlaubsverbot an Kerwa“ wurde damit einmal mehr eindrucksvoll unterstrichen.

Abgerundet wurde das bunte Treiben durch eine Havarie bei der Hasenjagd, bei der die hölzerne Aufhängelatteunter der Last der Beute zusammenbrach. Auch ein Pilze suchendes Pärchen, das sich mit leeren Handyakkus im dichten Wald verirrte, sowie eine Stammbacherin, die nach einer feuchtfröhlichen Party Probleme hatte, ihr Haus zu betreten, sorgten für Unterhaltung – in ihrem Fall streikte ausgerechnet der Fingerabdruckscanner an der Haustür. Der Umzug mit seinen 14 Themenwagen wurde von den Ebrachtaler Musikanten angeführt. Im Anschluss sorgte Sebastian Wilhelm für ausgelassene Stimmung.

Gerüstwagen fahren und Bierkrugstemmen

Der Kirchweihmontag begann traditionell mit einem Frühschoppen und Blasmusik im Festzelt. „Claudi B. und ihre Original Stammbacher Kerwasmusikanten“ unterhielten die Besucher mit zünftiger Blasmusik. Der diesjährige „Stammbacher Dreikampf“ fand am Nachmittag statt, bei dem Frauen und Männer ihr Geschick in verschiedenen Disziplinen unter Beweis stellten. Zu den Aufgaben gehörten das „Seidla bzw. Maßkrug stemmen und leertrinken“, „Becher mit dem Kopf transportieren“, „Nägel zusammen in einen Balken schlagen“, „Tennisball schwingen“ und „mit einem Gerüstwagen fahren ohne den Boden zu berühren“. Die diesjährigen Gewinner waren Laura Polster und Jonas Bergrab. Nach einer kurzen Pause wurde das „Hahnenschlagskönigspaar“ ermittelt: Am zielsichersten mit dem Dreschschlegel waren Claudia Denzler und Florian Steuer. Zum Ausklang der Kirchweih sorgten die „Schugis“ im Festzelt für ein begeistertes Publikum.Unter anderem brachten sie mit dem Kerwas-Song „Mon Amour“ die Gäste zum Mitsingen und Feiern. Für die Kerwasyoungsters gab es an allen Tagen ein abwechslungsreiches Programm mit Eis, Süßigkeitenbude,Entenangeln, Karussell, Hüpfburg und vielem mehr – Dinge, die zu einer gescheiten Kirchweih ebenso dazugehören wie Bier, Bratwurst und Blasmusik.

Die Besucher lobten die Stammbacher Kirchweih in den höchsten Tönen, die zum fünften Mal im Festzelt bei bestem Wetter und ausgelassener Stimmung stattfand. „… die Oldn die brumma, die Junga sänn froh“, passt in Stappenbach nicht ganz, denn hier sind alle froh!

Der Verein „Kerwasburschen und Madla Stammbach e.V.“ bedankt sich noch einmal herzlich bei allen Helfern, Kuchenbäckerinnen und Sponsoren für ihre Unterstützung. Ohne das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher wäre eine solche Kirchweih nicht möglich.

Bild und Text: Bernd Dreßel