Mit einem würdigen und zugleich bewegenden Festkommers hat die Freiwillige Feuerwehr Stappenbach am Samstagabend ihr Jubiläumsjahr zum 150-jährigen Bestehen eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Feuerwehrwesen sowie viele Bürgerinnen und Bürger waren in die Turnhalle der Don-Bosco-Schule gekommen, um gemeinsam auf eine beeindruckende Geschichte ehrenamtlichen Engagements zurückzublicken.

Der Abend begann nach einem Sektempfang musikalisch mit dem Blechensemble der Ebrachtaler Musikanten. Im Anschluss begrüßte der 1. Vorsitzende Pascal Martin die Gäste und führte durch den weiteren Abend.

In den darauffolgenden Grußworten richteten Schirmherr und 1. Bürgermeister Johannes Maciejonczyk, Landrat Johann Kalb, die Landtagsabgeordneten Holger Dremel sowie Kreisbrandrat Thomas Renner ihre Worte an die Anwesenden. Sie alle hoben die herausragende Bedeutung der Feuerwehr für die Gesellschaft hervor. Immer wieder wurde das Engagement der Stappenbacher Wehr betont, deren Mitglieder rund um die Uhr bereitstehen, um Hilfe zu leisten. Ebenso fanden die Familien und Arbeitgeber Anerkennung, die dieses Ehrenamt mittragen. Kreisbrandrat Renner verband seinen Dank mit dem Wunsch, dass alle Feuerwehrdienstleistenden stets wohlbehalten von ihren Einsätzen zurückkehren mögen.

Ein zentraler Bestandteil des Abends war der Rückblick auf die 150-jährige Geschichte der Feuerwehr. In einer eindrucksvollen Präsentation wurde die Entwicklung der Wehr von ihrer Gründung im Jahr 1876 bis in die Gegenwart nachgezeichnet. Besonders sichtbar wurde dabei der technische Fortschritt: von den frühen Spritzenwagen über Tragkraftspritzenanhänger (TSA) und Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF) bis hin zum künftig erwarteten Löschgruppenfahrzeug LF 10. Auch die Entwicklung der Feuerwehrhäuser und Unterbringungsmöglichkeiten der Geräte spiegelte den stetigen Wandel wider.

Einen besonders bewegenden Moment erlebten die Gäste während der Ausführungen des 1. Kommandanten Georg Dreßel. Als er den wohl gefährlichsten Einsatz in der Geschichte der Stappenbacher Wehr schilderte, wurde es mucksmäuschenstill im Saal. Seine Erzählung führte zurück in die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs, als Stappenbach unter Artilleriebeschuss geriet und mehrere Gebäude in Flammen standen – darunter auch das Anwesen von Kaspar Denzler. Trotz Lebensgefahr gelang es den Feuerwehrleuten damals, den Brand zu bekämpfen und sogar wertvolle Kirchenfiguren zu retten. Die eindringliche Schilderung ließ die Zuhörer förmlich den Atem anhalten – man hätte eine Stecknadel fallen hören können.

KBM Sascha Martin für sein herausragendes Engagement geehrt

Im Anschluss daran ging auch der 1. Vorsitzende Pascal Martin in seiner Rede auf die Entwicklung des Feuerwehrvereins ein und spannte damit den Bogen von der aktiven Wehr hin zum Vereinsleben und dessen Bedeutung für die Dorfgemeinschaft. Im Rahmen des Abends wurde zudem Kreisbrandmeister Sascha Martin für sein langjähriges und prägendes Engagement in der Stappenbacher Wehr geehrt – ein Moment, der von großem Applaus begleitet wurde.

Auch die Bedeutung der Zusammenarbeit wurde im Laufe des Abends mehrfach hervorgehoben. Besonders der Löschzug Ost wurde als gelungenes Beispiel für funktionierende Kooperation genannt. Wie wichtig neben der Einsatzbereitschaft auch die Kameradschaft ist, zeigte sich bei den Grußworten der Patenwehren aus Ober-/Unterharnsbach und Unterneuses. Bei der Übergabe ihrer Geschenke wurde die enge Verbundenheit deutlich: Überreicht wurden zwei massive, von den Patenwehren selbst gravierte Sitzbänke, ein ebenso massiver Holztisch aus Lärche sowie ein kunstvoll gestalteter 5-Liter-Bierstutzen aus Holz mit Gravur. Das Motto „Feuerwehr Ost – Prost“ brachte dabei die Verbindung von Zusammenarbeit und Geselligkeit treffend auf den Punkt.

Musikalisch wurde der Festkommers immer wieder vom Blechensemble der Ebrachtaler Musikanten umrahmt. Zum Abschluss erklang das Stück „Der schönste Tag in meinem Leben“ – ein Titel, der treffender kaum hätte gewählt werden können und den festlichen Charakter des Abends eindrucksvoll unterstrich.

Nach dem offiziellen Teil klang der Abend bei einem fränkischen Essen mit Schäuferla und Kloß aus, bevor in den geselligen Teil übergegangen wurde. Bis in die frühen Morgenstunden feierten die Gäste gemeinsam den Geburtstag ihrer Feuerwehr.

Mit dem Festkommers ist der Auftakt für ein Jubiläumsjahr gelungen, das nicht nur die lange Tradition der Feuerwehr Stappenbach würdigt, sondern vor allem den Wert des Ehrenamts und des Zusammenhalts in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf den nächsten Höhepunkt: das große Festwochenende vom 30. April bis 3. Mai, bei dem die Feuerwehr gemeinsam mit der Bevölkerung ihr 150-jähriges Bestehen feiern wird – mit Musik, Festzeltbetrieb, Gottesdienst und großem Festumzug als weiterer Ausdruck gelebter Gemeinschaft in Stappenbach.

Text und Bild: Bernd Dreßel – Festausschussmitglied FFW Stappenbach