Ziemlich genau vor 40 Jahren wurde der Verkehrserziehungsplatz in Burgebrach seiner Bestimmung übergeben. Seither haben rund 30.000 Kinder in vier Jahrzehnten gelernt, sich als Radfahrer sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Rund 195.000 DM kostete damals die Einrichtung, die 1986 in Trägerschaft des Marktes Burgebrach neben dem Schulgelände in Burgebrach errichtet wurde. Zuschüsse des Freistaates Bayern, der Verkehrswacht, des Landkreises Bamberg sowie der beteiligten Gemeinden machten das Projekt möglich. Heute ist die Jugendverkehrsschule aus der Verkehrserziehung im Landkreis nicht mehr wegzudenken.

Erster Bürgermeister Peter Pfohlmann blickte auf die Entwicklung der Einrichtung zurück. Ursprünglich sei man davon ausgegangen, neun Schulen mit dem Angebot zu erreichen. Mittlerweile nutzen 18 Schulen die Jugendverkehrsschule. Im Jahr 2017 wurde der Verkehrsübungsplatz erweitert, umfassend saniert und an die aktuellen Herausforderungen des Straßenverkehrs angepasst. „Vorsorglich wurde damals auch der erste Kreisverkehr in Burgebrach gebaut“, schmunzelte Pfohlmann. Sein Dank galt insbesondere den Verkehrserziehern der Polizei, den Schulen sowie allen Verantwortlichen, die mit Weitblick und Engagement die Einrichtung ermöglicht und weiterentwickelt haben.

Stellvertretender Landrat Wolfgang Möhrlein bezeichnete die Einrichtung als Leuchtturmprojekt. Neben der Fahrradausbildung vermittle die Jugendverkehrsschule wichtige Werte und Kompetenzen in den Bereichen Sicherheits-, Sozial-, Umwelt- und Gesundheitserziehung. Der Erfolg sei anhand von Unfallstatistiken messbar. Eine fundierte Verkehrserziehung sei ein Segen für die Kinder und trage dazu bei, Unfälle zu vermeiden und Kinder frühzeitig für Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren.

Polizeidirektor Alexander Streng unterstrich ebenfalls den hohen Stellenwert der Fahrradausbildung. Seit 1973 werde die Verkehrserziehung durch erfahrene Polizeimitarbeiter durchgeführt. Die Fahrradprüfung habe sich über Jahrzehnte bewährt und leiste einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. In den Anfangsjahren war die Polizei noch mit mobilem Equipment unterwegs und gestaltete den Unterricht auf den jeweiligen Pausenhöfen der Schulen. Mit dem festen Verkehrsübungsplatz in Burgebrach entstand schließlich ein zentraler Lernort, an dem die Kinder der vierten Klassen gemeinsam mit den Verkehrserziehern der Polizei die Verkehrsregeln und das sichere Fahrradfahren unter realitätsnahen Bedingungen einüben können. Jährlich werden in Burgebrach zwischen 750 und 1.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. In den vergangenen Jahrzehnten summierte sich die Zahl damit auf rund 30.000 Kinder. Für viele von ihnen ist der Besuch der Jugendverkehrsschule zugleich der erste intensivere Kontakt mit der Polizei.

Auch aus Sicht der Schulen ist die Jugendverkehrsschule ein unverzichtbarer Bestandteil der Bildungsarbeit. Schulrätin Sandra Lichtenstein übermittelte die Glückwünsche und den Dank der Schulfamilie. Michaela Peßler-Dengler, Schulleiterin der Grundschule Burgebrach, betonte, dass die Verkehrserzieher weit mehr vermittelten als das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit, Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein seien wichtige Kompetenzen, die Kinder in der Jugendverkehrsschule erlernten und die sie ein Leben lang begleiten.

Text/Bilder: Elke Pieger